Die sieben Stützpfeiler der Fabrik der Zukunft

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 In diesem Frühling ist Baubeginn auf dem Brainport Industries Campus (BIC) bei Eindhoven. KMWE zieht nächstes Jahr als erstes Unternehmen in die Fabrik der Zukunft ein. Der Mehrwert des Campus liegt in den Gemeinschaftseinrichtungen und im Innovationsprogramm, das ein Fundament für das „Schaufenster“ der Hightech-Fertigungsindustrie bildet.

KMWE zieht 2018 auf den Brainport Industries Campus

Initiator des Campus ist Brainport Industries in enger Zusammenarbeit mit dem Entwickler SDK, der Provinz Nordbrabant, der Stadt Eindhoven und der Brabantse Onwikkelings Maatschappij (BOM). Edward Voncken, CEO bei KMWE, ist Vorsitzender dieses Clusters aus primären, sekundären und tertiären Hightechunternehmen in der Brainport-Region mit Eindhoven als lebendigem Zentrum. KMWE ist Spezialist im High-Mix-Low-Volume-High-Complexity-Bereich für Zerspanung und mechatronische Montage sowie Entwicklung und Engineering für die Märkte Luftfahrt und Hightechausrüstung. In seiner Rolle als Vorsitzender ist Voncken eifriger Fürsprecher des Campus und gibt als KMWE-Chef ein gutes Vorbild ab. KMWE (500 Mitarbeiter, Niederlassungen in Eindhoven, Malaysia und Indien) wird im nächsten Jahr mit seinen 350 Eindhovener Mitarbeitern als erstes Unternehmen auf den BIC ziehen. Das Unternehmen hat ein stürmisches Wachstum von 20 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2009 auf 86 Millionen Euro im vergangenen Jahr erlebt und ist damit seinem jetzigen Standort entwachsen.

Einzigartig am BIC-Konzept ist das Atrium, Haupteingang und Herzstück des Campus für die Öffentlichkeit, Ausbildung und Hightechinnovationen. Unternehmen sowie Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen können die dort vorhandenen Einrichtungen nutzen. Eine transparente Architektur macht den Produktionsprozess für die Öffentlichkeit sichtbar und gibt dem Campus eine Funktion als „Schaufenster“ für die Hightech-Fertigungsindustrie. Voncken: „Das Atrium ist die „Startbahn“, dort werden wir gemeinsam konzipieren und ausbilden. Die Ergebnisse werden wir auf der „Landebahn“ – der Fabrik der Zukunft – nutzen.“

Innovation

Die inhaltliche Untermauerung bildet ein siebenteiliges Innovationsprogramm. So ist der Campus an zwei Fieldlabs des niederländischen Aktionsplans Smart Industry beteiligt. Das Fieldlab Flexible Manufacturing wird Produktionsprozesse u.a. unter Einsatz von Robotern flexibilisieren. Das führt zu kürzeren Umrüstzeiten. Kleine Serien werden einfacher und effizienter zu produzieren sein. Im anderen Fieldlab, dem Smart Connected Supplier Network, wird daran gearbeitet, den Informationsaustausch in der Zulieferkette mithilfe der Standardisierung von Interfaces und Interoperabilität zwischen verschiedenen Systemen effizienter zu gestalten.

Neue Produktionstechnologie wird es ebenfalls geben. Es laufen zwei Projekte zum 3-D-Drucken/Additive Manufacturing: Drucken von Multimaterialien, um Produkte aus mehreren Kunststoffarten fertigen zu können, und Metalldruck. Das Atrium wird deshalb das AddFab beherbergen. Dieser Kooperationsverband dreier Unternehmen (KMWE, NTS-Group und Machinefabriek de Valk) hat sich bereits vorher am großen AddLab-Konsortium beteiligt und möchte jetzt für das Metalldrucken den Schritt von der Forschung „Lab“ zur Produktion „Fab“ machen.

Hightech benötigt Software für die Produktionsautomatisierung, die Produktsteuerung und die Realisierung ergänzender Dienste. Zum BIC-Innovationsprogramm gehört deshalb ein Hightech-Softwarecluster.

Der Bereich Ausbildung ist im Atrium untergebracht. Dort sollen Auszubildende und Studenten in Praxisräumen an Hightech-Einrichtungen ihren Beruf der Zukunft lernen.

Der neue Campus benötigt letztendlich noch clevere Logistik mit ein- und ausgehenden Produkt- und Materialströmen sowie dem Rücklauf von Abfall und Recycling. „Wir müssen die Logistik genau wie die Technik auf hohem Niveau und rund um die Uhr betreiben. Smart Logistics muss die Durchlaufzeit verkürzen, Kapitalbindung reduzieren und Flexibilität bieten, um auf Kundenwünsche reagieren zu können.“ Der Industriedienstleister Biesheuvel Groep meldete sich kürzlich als zweiter Bewohner des Campus an. Biesheuvel kann mit Hilfe von Spezialisten die komplette Logistik managen.

Umzug

Der BIC zieht bereits großes Interesse u.a. von Großkonzernen aus Deutschland auf sich, die selbst in Industrie 4.0 investieren. Die internationalen KMWE-Kunden verfolgen die Entwicklung der Pläne ebenfalls mit Interesse. „Letzten Endes werden wir von den hochwertigen Produktionsmöglichkeiten und dem digitalen Management profitieren. Die Aufmerksamkeit gilt nun dem Umzug“, so Voncken. „Er darf keine Probleme bei der Zulieferung verursachen. Airbus hat unsere Umzugspläne bereits einem Audit unterzogen. Kunden fordern eine Erstbemusterung (FAI) für die Produkte, die nach dem Umzug auf unseren Maschinen gefertigt werden. Deshalb nehmen wir den Umzug phasenweise in Angriff und setzen ein Jahr dafür an. Bei Investitionen in neue Maschinen kommen diese direkt auf den Campus. Wir haben jedoch einen ziemlich neuen, modernen Maschinenpark, deshalb müssen auch viele Maschinen umziehen.“ Im nächsten Jahr zieht KMWE zum neuen Standort. In Gedanken ist der CEO schon jetzt voll und ganz in der Fabrik der Zukunft tätig.

Link magazin 2017, Deutsche ausgabe

Übersicht der niederländischen Pavillons auf der Hannover Messe 2017:

  • Holland High Tech House: Halle 2, Research & Technology, High Tech Innovation.
  • Holland Industrial Supply Pavillon: Halle 4; Industrial Supply,
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